Anzeige · Advertorial Informationsangebot der EA Consulting OÜ. Keine Anlage-, Steuer- oder Finanzberatung.
Anzeige · Gesponserte Information von EA Consulting OÜ
Sparen

Wie viel Notgroschen sinnvoll ist und wo er liegen kann

Die Waschmaschine gibt auf, das Auto braucht eine Reparatur, eine Nachzahlung kommt unerwartet. Für solche Fälle empfehlen die Verbraucherzentralen eine Rücklage von zwei bis drei Nettomonatsgehältern. Die genaue Summe ist weniger wichtig als zwei Eigenschaften: Das Geld muss innerhalb weniger Tage verfügbar sein, und es sollte vom Alltagskonto getrennt liegen.

Galore Urban Tech Stand: 20. August 2026 6 Minuten Lesezeit

Allgemeine Verbraucherinformation der EA Consulting OÜ. Keine Anlage-, Steuer- oder Finanzberatung, keine Bankempfehlung. Rechenbeispiele sind vereinfachte Modellrechnungen. Diese Seite ist kein Angebot einer Behörde oder Bank.

Mann legt am Küchentisch Münzen in ein schlichtes Glas
Ein Notgroschen ist kein Anlageprodukt. Er ist eine Versicherung ohne Prämie, die im Ernstfall Zeit verschafft.

Kaum ein Ratschlag zum Umgang mit Geld ist so unumstritten wie der Notgroschen. Und kaum einer wird so oft aufgeschoben, weil er sich nicht lohnt: Er bringt wenig Zinsen, er wächst nicht, und im besten Fall wird er nie gebraucht. Genau das ist sein Zweck.

Wie viel

Die Verbraucherzentralen nennen als Orientierung zwei bis drei Nettomonatsgehälter.[1] Bei 2.400 Euro netto wären das 4.800 bis 7.200 Euro. Die Spanne ist bewusst breit, weil die richtige Höhe von der Lebenssituation abhängt:

  • Mieter ohne Auto kommen oft mit dem unteren Ende aus; die größten unerwarteten Posten fallen weg.
  • Eigentümer sollten eher höher liegen. Eine Heizungsreparatur oder ein Wasserschaden kostet schnell einen vierstelligen Betrag, und die Rücklage der Eigentümergemeinschaft deckt nicht alles.
  • Selbstständige und Menschen mit schwankendem Einkommen brauchen eher sechs Monatsausgaben, weil der Notgroschen auch Einkommenslücken überbrücken muss.
  • Rentnerhaushalte haben ein stabiles Einkommen, aber oft höhere Gesundheitsausgaben und ältere Haushaltsgeräte. Drei Monatsrenten sind ein verbreiteter Richtwert.

Sinnvoller als eine Faustformel ist eine Liste: Was könnte in den nächsten zwei Jahren realistisch kaputtgehen oder fällig werden, und was würde es kosten? Die Summe der drei teuersten Posten ist ein brauchbarer Zielwert.

Wo

Der Notgroschen gehört auf ein Tagesgeldkonto, getrennt vom Girokonto. Drei Gründe:

  1. Verfügbarkeit. Eine Überweisung vom Tagesgeld auf das Girokonto dauert einen Bankarbeitstag. Das reicht für jede Reparatur, aber es ist eine kleine Hürde gegen spontane Ausgaben.
  2. Trennung. Geld auf dem Girokonto wirkt verfügbar und wird ausgegeben. Ein eigenes Konto mit eigenem Namen („Rücklage“) schützt den Betrag vor dem Alltag.
  3. Zinsen. Tagesgeld bringt derzeit typischerweise zwischen 1,5 und 2,5 Prozent, das Girokonto meist nichts. Bei 6.000 Euro sind das rund 90 bis 150 Euro Bruttozins im Jahr, die sonst entfallen.

Der Notgroschen darf keine Rendite bringen müssen. Er darf nur eines nicht: fehlen, wenn er gebraucht wird.

Warum nicht Festgeld oder Fonds

Festgeld ist für die Laufzeit gebunden. Wer im Monat vier den Betrag braucht, kommt nicht heran oder verliert Zinsen bei vorzeitiger Auflösung, sofern die Bank das überhaupt erlaubt. Fonds und Aktien schwanken im Wert; der Zeitpunkt, an dem ein Notfall eintritt, ist selten der Zeitpunkt, an dem die Kurse günstig stehen. Beide Formen haben ihren Platz, aber nicht für die Rücklage. Der Beitrag Tagesgeld oder Festgeld, und welches Geld wohin gehört ordnet die Formen nach Zweck.

Was der Notgroschen mit dem Freibetrag zu tun hat

Auch die Zinsen auf die Rücklage sind Kapitalerträge. Bei 6.000 Euro zu 2 Prozent fallen 120 Euro im Jahr an. Liegt bei dieser Bank kein Freistellungsauftrag, behält sie rund 32 Euro Steuer ein, obwohl der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro rechnerisch meist offen ist. Das ist kein Drama, aber unnötig. Wer das Tagesgeldkonto für die Rücklage eröffnet, sollte gleich einen Freistellungsauftrag in passender Höhe hinterlegen. Der Beitrag Wie sich ein Freistellungsauftrag auf mehrere Banken verteilen lässt zeigt, wie viel dort sinnvoll ist.

Der Notgroschen und die Inflation

Ein Einwand liegt nahe: Bei 2,9 Prozent Inflation und 2 Prozent Zins verliert die Rücklage real an Wert. Das ist richtig, und es ist der Preis der Verfügbarkeit. Die Alternative, den Notgroschen renditeträchtiger anzulegen, tauscht einen kleinen, sicheren Kaufkraftverlust gegen das Risiko, im Ernstfall nicht oder nur mit Verlust an das Geld zu kommen. Für die Rücklage ist der erste Tausch der bessere. Für Geld, das über den Notgroschen hinausgeht, kann die Abwägung anders ausfallen; das ist eine Frage der eigenen Situation und gegebenenfalls einer unabhängigen Beratung.

Was die Rücklage im Jahr kostet, Modellrechnung 6.000 Euro

Bruttozins 2,0 %120,00 €
Steuerabzug bei passendem Freistellungsauftrag0,00 €
Kaufkraftverlust bei 2,9 % Inflation− 174,00 €
realer Effekt, vereinfacht− 54,00 €

Illustrativ. 54 Euro im Jahr sind der Preis dafür, dass 6.000 Euro innerhalb eines Tages verfügbar sind. Ohne Freistellungsauftrag käme der Steuerabzug hinzu.

Aufbauen, wenn noch nichts da ist

Wer bei null beginnt, kommt mit einem Dauerauftrag am Monatsanfang am weitesten. 100 Euro im Monat ergeben in zwei Jahren 2.400 Euro plus Zinsen. Die Verbraucherzentralen raten, die Rücklage vor jeder anderen Sparform aufzubauen, weil sie verhindert, dass für eine Reparatur ein Dispokredit oder ein Ratenkredit nötig wird, dessen Zinsen ein Vielfaches des entgangenen Tagesgeldzinses betragen.[1]

Wann er wieder aufgefüllt wird

Wird der Notgroschen genutzt, ist das kein Rückschlag, sondern sein Zweck. Danach beginnt der Dauerauftrag von vorn. Wer ihn nie braucht, hat kein Geld verschwendet, sondern zwei bis drei Jahre lang ruhig geschlafen. Das ist der Ertrag, den keine Zinsabrechnung ausweist.

Einordnung

Der Notgroschen ist die einfachste Entscheidung im Umgang mit Geld, weil sie keine Prognose braucht. Er muss verfügbar, getrennt und groß genug für die wahrscheinlichsten Ausgaben sein. Alles Weitere, Zinssatz, Freistellungsauftrag, Bank, ist Feinarbeit, die sich in einer halben Stunde erledigen lässt. Der Jahrescheck für Sparkonten nimmt sie in seinen Ablauf auf.

Quellen

  1. Verbraucherzentrale, Ratgeber zu Notgroschen und Rücklagen: Empfehlung von zwei bis drei Nettomonatsgehältern, Tagesgeld als geeignete Anlageformverbraucherzentrale.de, Sparen und Anlegen
  2. Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Verbraucherinformationen zu Tagesgeld und Einlagensicherungbafin.de, Verbraucher
  3. Statistisches Bundesamt (Destatis), Inflationsrate August 2026 (vorläufig 2,9 Prozent)destatis.de, Pressemitteilung Nr. 311
Kostenfrei · jederzeit abbestellbar

Zinsen besser verstehen

Auf Wunsch erhalten Sie gelegentlich verständliche Informationen zu Sparzinsen, Sparer-Pauschbetrag, Freistellungsauftrag, Tagesgeld, Festgeld und Inflation per E-Mail. Alle Beiträge dieser Seite bleiben auch ohne Anmeldung vollständig lesbar.

Nach dem Absenden erhalten Sie eine Bestätigungs-E-Mail (Double-Opt-in). Erst mit Ihrer Bestätigung ist die Anmeldung abgeschlossen. Die Anmeldung eröffnet kein Konto, erteilt keinen Freistellungsauftrag und ist keine Steuerberatung.